Ein Raum wie eine Kirche. Es ist morgen, ein Sonntagmorgen. Ein gutes Dutzend Vogelpfeifen an die Mitstreiter*innen verteilen und schon beginnen Ente, Fink, Kuckuck & Co. zu rufen. Auf Rollschuhen die Fläche durchmessen. Den Drachen fliegen an den Rändern. Die rechte Stelle auf dem Dachboden finden, bohren, zwei Löcher in die Giesserhalle öffnen, ein Seil hindurch geben bis ganz unten. Fixieren und ein Schaukelbrett einhängen. Riesiges Pendel für zwei Stunden. Eine Frau wünscht sich das Dach offen mit Blick in den Himmel. Ihrem Mann ist ihre Fantasie sehr peinlich. Die Türen sind offen, es weht ein leichter Wind durch den kühlen Raum. Die Ballone treiben. Und dann werden die Knoten gelöst, die Seile gleiten zum Boden, die Vögel verschwinden, auch der Drachen, die Rollschuhe. Ulrike Feibig beginnt zu lesen.

 

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